USD auf dem absteigenden Ast?

Setzt sich der USD-Abwärtstrend in dieser Woche fort?

Die vergangene Woche markierte einen drastischen Sturz für den US-Dollar-Kurs, insbesondere gegenüber EUR und CHF. Die wichtigste Frage in dieser Woche lautet: Wird der US-Dollar seine bärischen Trends gegenüber den Hauptwährungen fortsetzten oder wird sich eine Trendwende einstellen?
Offenbar werden US-Konjunkturdaten in der kommenden Woche eine Hauptrolle spielen. Forex-Händler sollten die Ergebnisse der Indikatoren aus den USA keinesfalls aus den Augen verlieren.

Dollar möglicherweise bärisch aufgrund steigender Aktienmärkte

Die positiv ausgefallenen Zahlen aus den Bereichen Hausverkäufe und Produktion der US-Wirtschaft steigerten die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer und lösten deutliche USD-Kursverluste zum EUR aus.
Darüber hinaus setzten die steigenden Aktienmärkte den Dollar am letzten Freitag unter weiteren Abwärtsdruck.
EUR/USD wurde am Freitag noch bei 1,4374 gehandelt. Aktuell notiert das Paar bei 1,4330. GBP/USD wiederum begann den Freitagshandel bei 1,6442 und bewegt sich aktuell um die Marke von 1,6535. Diese Kursbeispiele veranschaulichen bestens, welch hohe Volatilität in den vergangenen Wochen auf den Devisenmärkten zu beobachten war.

Die jährliche Konferenz der Notenbank von Kansas in der vergangenen Woche, die seit Jahren in Jackson Hole in den Rocky Mountains stattfindet, spielt gewiss eine Schlüsselrolle im heutigen USD-Handel sowie in der gesamten bevorstehenden Woche. aktuell-daxHändler sollten Nachrichten, die in Zusammenhang mit den Ergebnissen des Jackson Hole-Treffens, bei dem die wichtigsten Geldpolitiker der Welt, namhafte Ökonomen sowie einflussreiche Banker zusammenkommen, stehen, aufmerksam verfolgen.

Des Weiteren sind in dieser Woche Konjunkturdaten aus Großbritannien und der Eurozone von Bedeutung für den USD, da diese den Dollar-Kurs gegenüber seinen ausschlaggebenden Gegenwährungen mitbestimmen werden.

Auch aus den USA werden einige wichtige Indizes erwartet, die Einfluss auf den Dollar-Wert nehmen werden. Unter anderem: Verbrauchervertrauen des Conference Board, Verkäufe von Neubauten, vorläufige BIP-Zahlen und Anträge auf Arbeitslosenhilfe. Sollten sich die Aktienmärkte weiterhin auf dem aufsteigenden Ast befinden, wird auch der USD seine Abwärtstendenzen voraussichtlich fortsetzen.
Eine solche Entwicklung würde sich vorrangig einstellen, sollte die Risikobereitschaft der Anleger erneut steigen. Weitere wichtige Veröffentlichungen von US-Indikatoren in der anstehenden Woche: (Freitag, 14:30 Uhr) Private Einkommen & Verbrauch sowie (Freitag, 15:55 Uhr) Verbrauchervertrauen/-sentiment der Universität Michigan.

EUR steigt angesichts gesteigertem Optimismus

EUR/USD erreichte in der letzten Woche die Marke von 1,4374 und wird aktuell um 1,4330 gehandelt.
Dieser Trend zeichnet sich immer deutlicher ab und wird durch die positive Entwicklung der Wirtschaftslage in den führenden Industrienationen, wie den USA, Deutschland und Frankreich bedingt, die verstärkt ihren Weg aus der Rezession zu finden scheinen. Dem entgegengesetzt, schneidet Großbritanniens Wirtschaft derzeit nicht gut ab. EUR/GBP schloss am Donnerstag noch bei 0,8608 und steht aktuell bei 0,8680. Leichte Vertrauensverluste zum GBP werden seit Donnerstag seitens der Anleger deutlich.

SAPDie europäische Währung steht aktuell in erster Linie unter dem Einfluss positiver Konjunkturdaten aus Deutschland, Frankreich, Japan und den USA. Großbritannien hinkt in dieser Hinsicht angesichts des brüchigen Bankensystems, einer Staatsverschuldung bei 60% des BIP sowie einer aus der Kontrolle geratenen Geldpresse deutlich nach.

Notenbank-Chef Mervyn King sagte, die Rezession scheine tiefer zu sein, als die Bank von England bei ihrer letzten Vorhersage im Mai angenommen hatte. Dementsprechend schlecht schnitt der GBP gegenüber EUR und CHF in der vergangenen Woche ab.

Experten gehen von einem möglichen Abstoß von GBP-Anlagen zu Beginn der Handelswoche aus. Mit Fortschreiten der Woche und weiteren Konjunkturdaten könnte sich dieser Trend jedoch wieder umdrehen.
Aus der Eurozone werden heute einige Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Wichtigste unter ihnen ist der Auftragseingang in der Industrie für die Eurozone im Monat Juni um 11:00 Uhr. Im weiteren Wochenverlauf sollten Händler die auf der Agenda stehenden Indikatoren aus der Eurozone nicht aus den Augen verlieren. Der EUR gilt als Schlüssel-Währung auf dem Devisenmarkt dieser Woche.

Yen gibt den Devisenhandel in dieser Woche an

Japans Wirtschaft ist im zweiten Quartal so stark wie in keinem anderen Industrieland gewachsen und hat somit die Talsohle schlussendlich überwunden. Der Yen zeigte sich demzufolge in der vergangenen Woche überraschend zinsbullisch. Deutliche Kursgewinne waren insbesondere zum USD zu beobachten.
Dies kann auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden. Gemischte Ergebnisse von US-Konjunkturdaten spielten neben enttäuschenden US-Arbeitslosenzahlen eine wesentliche Rolle. Die gesteigerte Risikobereitschaft der Marktteilnehmer setzte dem USD überdies zu. USD/JPY rutschte in der letzten Woche bis unter 93,46 ab und wird aktuell um 94,60 gehandelt.

Aufgrund wichtiger Wirtschaftsdaten aus Japan in den kommenden Tagen, besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass sich der JPY äußerst volatil verhalten wird. Diese umfassen unter anderem: die Handelsbilanz, die Haushaltsausgaben sowie die Kernrate der Tokyo-Verbraucherpreise.
Die Ergebnisse der vorgenannten Indizes werden Forex-Anlegern helfen, ihre JPY-Positionen zu bestimmen. Es kann davon ausgegangen werden, dass Japans Währung in der anstehenden Woche eine Schlüsselrolle im Devisenhandel spielen wird.

Hat Rohöl die $75-Barrel-Marke im Visier?

Insgesamt verzeichnete Rohöl einen guten Handel in der vergangenen Woche und notiert derzeit bei $74,30 pro Barrel. Dabei wurde der Ölpreis in der letzten Handelswoche von diversen Faktoren bestimmt. Eine Verbesserung der Ergebnisse wesentlicher Konjunkturdaten der führenden Industrienationen gab dem Preis Halt. Darüber hinaus verhalf der fallende Dollar-Kurs dem Ölpreis zu Kursgewinnen, da der Rohstoff in US-Dollar bepreist ist. Abschließend trieben die stark rückläufigen US-Rohöllagerbestände der letzten Woche den Ölpreis in die Höhe.
Diese Preisentwicklung stand im Widerspruch zu den Erwartungen vieler Marktteilnehmer, die eine weitere bärische Handelswoche für Rohöl für wahrscheinlich hielten. Für diesen Aufwärtstrend scheint die Stimmungsaufhellung an den Finanzmärkten verantwortlich zu sein.
Allein am vergangenen Freitag verbuchte der Rohstoff eine Steigerung um $1,75. Sollten die USA weiterhin positive Konjunkturdaten veröffentlichen und der USD seine rückläufigen Tendenzen fortsetzen, könnte Rohöl schon bald die $75-Marke pro Barrel erreichen.

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